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Dies und das Wien

Dies und das in Wien

450 Denkmäler gibt's in Wien – vorwiegend aus dem 19. Jh. Heute ehrt man die Künstler vorwiegend zu Lebzeiten, zum Beispiel mit Professorentiteln. Das kommt per saldo billiger...

Denkmal für Erzherzog Karl / Wien Heldenplatz/ eine technische Besonderheit: Das tonnenschwere Pferd ruht nur auf den Hinterbeinen. Lösung: Für das notwendige Gleichgewicht ist der Schweif des Pferdes mit Blei gefüllt!! Dazu gibt es natürlich eine Geschichte: Die Sorge, das Denkmal könne trotz allem einstürzen, ließ den Bildhauer Anton Fernkorn nicht mehr los und trieb ihn schließlich in den Wahnsinn. Bald nach der Fertigstellung starb er in geistiger Zerrüttung.

Providentia Brunnen, auch Donner Brunnen /Wien Neuer Markt: Die sittenstrenge Kaiserin Maria Theresia nahm Anstoß an der paradiesischen Nacktheit der Beckenfiguren. Ihre Tugendhaftigkeit äußerte sich geradezu in Prüderie, was z.B. die Einführung einer eigenen Keuschheitskommission bewies. Sie befahl, die Figuren einzuschmelzen und es ist nur einem kunstverständigen Beamten zu verdanken, dass die Figuren in einem Depot gerettet wurden. Nach dem Ableben Maria Teresias waren die Beckenfiguren wieder am alten Platz zu sehen.

Wiener Kipferl: Angeblich kreiert als kulinarisches Symbol des Triumphes über die Türken – so steht es in manchen Fremdenführern. In Wahrheit wurde der süße Halbmond aber schon vor der zweiten Türkenbelagerung verkauft!! Keine Legende ist es hingegen, dass die alte Turmbekrönung des Stephansdoms nach dem Sieg über die türkischen Truppen entfernt wurde, weil sie zu sehr an deren Flagge erinnerte: ein Halbmond mit Stern als Symbole des Papsttums und des Kaiserreichs.

Bella gerant alii, tu felix Austria nube – "Mögen die anderen Krieg führen, du, glückliches Österreich, heirate." Mit diesem Satz wird gerne die österreichische Heiratspolitik beschrieben. Tatsächlich erweiterten und festigten die Habsburger ihre Macht immer wieder vor dem Traualtar mit politisch motivierten Hochzeiten.

Kaiserin Maria Theresia war eine Meisterin der Heiratspolitik. Neun ihrer zehn überlebenden Kinder wurden aus Gründen der Staatsräson verheiratet. Nur ihre Lieblingstochter Marie Christine erhielt die Erlaubnis, ihren Albert von Sachsen-Teschen aus Liebe zu heiraten. Die Mutter richtete dem jungen Paar eine prunkvolle Hochzeit aus. Die Ehe wurde glücklich, wenn sie auch kinderlos blieb.

"Brotlaibchen" am Stephansdom: Die Legende dazu erzählt: Produziert ein Bäcker "ungewichtiges" Brot, so wird er vor die Tore der Stadt an die Donau gebracht und dort in einem Käfig gerade so lange untergetaucht, dass er nicht ertrinkt. Dies wird unter Beifall des schaulustigen Volkes einige Male wiederholt.

Titel Hofrat: Kaiser Maximilian I. schuf einen Amtstitel, der sogar das österreichische Kaiserhaus überdauern sollte: den "Hofrat". Maria Theresia weitete die Verleihung dieses Titels über den Adel hinaus auf fachlich qualifizierte Verwaltungsbeamte aus. Heute kann der Titel "Hofrat" sowohl eine Beförderung als auch eine Auszeichnung sein. Hofräte sind heute ein fester Bestandteil der staatlichen Verwaltung.

Habsburgische Unterlippe: Durch eine auffallend volle Unterlippe entstand in der Familie der Habsburger ein charakteristischer Gesichtsausdruck mit vorgeschobenem Kinnmund bei leicht geöffnetem Mund. Kaiser Karl V (1500-1558) soll anlässlich eines Ausrittes in Spanien einen besonders mutigen Bauern zu einem Zuruf animiert haben: "Eure Majestät, schließen Sie bitte Ihren Mund, die Fliegen in unserem Land sind sehr unverschämt." Aber gerade das konnte der Römisch-Deutsche Kaiser nicht ...

4 Frauen Kaisers Franz II / I

  • Elizabeth Wilhelmine – starb bei ihrer ersten Geburt; nach einem Jahr war auch ihr Kind tot.
  • Maria Theresia – schenkte ihrem Gemahl vier Söhne und acht Töchter. Das letzte Kind war eine Frühgeburt, Mutter und Kind starben.
  • Maria Ludowika – litt an Tuberkulose. Ein normales Eheleben konnte mit Rücksicht auf die Gesundheit des Kaisers nicht stattfinden. Die Ehe dauerte 8 Jahre.
  • Karoline Auguste – sie war viel jünger als der Kaiser, überlebte ihn um 38 Jahre und wurde selbst 81 Jahre alt.

Spittelberg: Der Name leitet sich von "Spital-Berg" ab. Betrug, Prostitution und Raub waren in den zahlreichen Spelunken alltäglich. Im Gasthaus "Witwe Bolte " in der Gutenberggasse 13 gibt es eine Gedenktafel mit dem Wortlaut: "Durch diese Thür im Bogen ist Kajser Josef geflogen. Anno 1787" – einen Tritt in den Kaiserlichen Hintern bekam der Kaiser, als er die Dienste der Prostituierten nicht bezahlen wollte... Der Spittelberg ist heute Künstlervorstadt mit zahlreichen Werkstätten, Trödlerladen und Bars.

Der Skandal Bau – das Loos-Haus mit seiner glatten Fassade ohne jegliche Verzierungen und mit Fenstern, die nicht einmal Umrahmungen hatten, nannte Kaiser Franz Joseph "Haus ohne Augenbrauen". Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand war dermaßen schockiert und empört, dass er fortan den Gang durch das Michaelertor mied, um sich den Anblick des Hauses zu ersparen!! Alle Behörden hatten den Bau behindert – nach Protesten im Gemeinderat wurde sogar nachträglich die Auflage erteilt, dass Blumenkästchen anzubringen seien, und im Grundbuch wurde dem Eigentümer die Verpflichtung auferlegt, dass die Blumenkästchen stets geschmückt, bepflanzt und gepflegt werden müssten!!

Ein armer Wirt: "Nachdem wir Konzessions-, Getränke-, Mehrwert-, Alkoholsondersteuer, Lustbarkeits-, Gewerbe-, Lohnsummen-, Einkommens-, Vermögens-, Grund-, Hunde-, Kirchen-, Luft-, Kfz- und Anzeigensteuer bezahlt, Beiträge zur Krankenkasse, Familienausgleichfonds, Kammerumlage, Ankündigungsabgabe, Unfall-, Lebens-, Feuer-, Angestellten-, Arbeitslosen-, Betriebs- und Privathaftpflichtversicherung, die Gebühren für Gas, Strom, Wasser, Heizung, Müllabfuhr, Kanal, Telefon, Rauchfangkehrer, Zeitungen, Lesezirkel, Radio, Fernsehen usw. entrichtet und einen Teil der Wareneingangsrechnungen überwiesen haben, bleibt uns im diesem Monat nur das Geld für diese Reklame übrig. Für Ihren Besuch in unsere Gaststätte danken: das Finanzamt, die Gemeinde sowie die Wirtsleute!" (Text aus der Tischserviette von Gasthaus Schlusche).

 
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